Eine seit einigen Jahren in Abnehm- und Fitnessforen propagierte Methode, um den geschilderten „Metabolic Switch“ zu erreichen und möglichst zu halten, ist die sogenannte ketogene Ernährung oder auch „Keto-Diät“. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um eine radikale Variante der schon länger bekannten Low-Carb-Ernährung mit einer noch strikteren Reduktion des Kohlenhydratanteils zugunsten von Fetten und Proteinen. Häufig wird diese ursprünglich für die Epilepsietherapie entwickelte Ernährungsform mit Intervallfasten nach dem 16:8-Prinzip kombiniert, indem man zum Beispiel auf das Frühstück verzichtet, um noch schneller in die Ketose zu gelangen.
Die klassische ketogene Ernährung beinhaltet 80 bis 85 Prozent Fett, 10 bis 15 Prozent Eiweiß und etwa 5 Prozent Kohlenhydrate. Tabu sind Süßungsmittel und Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, stärkereiches Gemüse wie Kartoffeln, Süßkartoffeln und Mais sowie zuckerreiches Obst (etwa Bananen, Birnen, Mangos, Trauben, Ananas und Süßkirschen), Snacks, gezuckerte Milchprodukte und Getränke. Als kurzzeitige Maßnahme, etwa als Einstieg in eine gesündere, kohlenhydratärmere Ernährung, ist diese Ernährungsform für gesunde Erwachsene unbedenklich. Von der Gewichts- und Körperfettreduktion abgesehen, ist der gesundheitliche Nutzen einer längerfristig ketogenen Ernährung allerdings umstritten.
Da eine ketogene Ernährung einiges an Wissen verlangt, recht aufwendig ist und sich im sozialen Umfeld von Familie und Freundeskreis meist nur schwer durchhalten lässt, überrascht es kaum, dass sich vor allem im Internet zunehmend mehr oder weniger seriöse Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln tummeln, mit denen man angeblich auch ohne die erwähnten Einschränkungen und Nachteile in den Ketose-Zustand gelangt. Dass diese im Leistungssport beliebten Supplemente, exogene Ketone genannt, dieselben positiven Wirkungen haben wie die vom Körper selbst produzierten (endogenen) Ketonkörper und dass ihre Anwendung so wirksam und sicher ist, wie die Anbieter behaupten, konnte jedoch bislang nicht überzeugend belegt werden. Nicht selten enthalten diese Pulver oder „Keton-Drinks“ zudem weitere, häufig bedenkliche Inhalts- und Zusatzstoffe, weshalb Verbraucherschutzorganisationen derzeit vom Kauf und Konsum solcher Produkte abraten.
Eine nachweislich gesunde, sichere und hochwirksame Methode zur Erreichung der Ketose ist das Fasten – entweder in Form des klassischen Heilfastens in einem klinischen Umfeld oder mit dem neuen „Zu-Hause-Programm“, der Buchinger Wilhelmi FASTENBOX. Diese erlaubt im Vergleich zum herkömmlichen Fasten eine etwas höhere Kalorienzufuhr von etwa 600 kcal pro Tag, enthält jedoch zugunsten von pflanzlichem Eiweiß und gesunden Fetten eine streng begrenzte Menge an Kohlenhydraten. Andere Diäten, die das Fasten imitieren, sollen die Wirkung des Fastens nachahmen, erlauben aber dennoch die Aufnahme fester Nahrung und liefern etwa 800 Kalorien pro Tag.